Roadtrip durch Süditalien – Part III: Taormina (Sizilien)

Nach unserer eher enttäuschenden Erfahrung im Südwesten, empfängt uns TAORMINA bei bestem Wetter. Hier einen Parkplatz zu finden, ist allerdings fast unmöglich, daher übernimmt unser Gastgeber Marco das netterweise für uns 😉 .

Wir haben ein Familienzimmer in seiner Unterkunft B&B Marifra gebucht (supertolle Lage, zwei Zimmer mit Verbindungstür, allerdings etwas düster und für diese Jahreszeit doch recht kühl).

Taormina liegt inmitten der Peloritani-Berge auf einem Hochplateau mit Aussicht auf die Küste (bis hin zum Festland) und unvergleichlichem Blick auf den Ätna (wir haben sogar Glück und am ersten Abend gibt es eine kleinen Ausbruch, den wir von Taormina aus sehen können…sehr spannend).
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Dieses kleine Dörfchen gehört zu den wohl bekanntesten und meistbesuchten Orten Siziliens. Es ist wunderschön und schafft glücklicherweise gerade noch so den Absprung nicht allzu touristisch zu wirken (zumindest in der Vorsaison, im Hochsommer sieht das wahrscheinlich schon wieder etwas anders aus). Lediglich auf dem Weg zum Teatro Greco-Romano (10 € für Erwachsene, Kinder umsonst) säumen kitschig-ramschige Touristengeschäfte den Weg.

Hier „retten“ wir übrigens ein kleines Mädchen…ich spreche zwar kein italienisch, aber spanisch und lustigerweise verstehe ich doch sehr viel von dem, was hier gesprochen wird…als wir das Theater verlassen, höre ich, wie sich zwei italienische Sicherheitsbeamten darüber unterhalten, dass ein kleines deutschsprechendes Mädchen vermisst wird. Ich erzähle Andi davon und während wir uns auf dem Rückweg zum Dorf darüber unterhalten, was ein Horror das wohl ist, sehe ich ein kleines blondes Mädchen, das ganz entspannt am Straßenrand sitzt. Wir fragen vorsichtshalber mal nach wo denn ihre Mama sei und ob sie uns verstehe…tut sie und wo ihre Mutter sei, wisse sie nicht…also bringen wir das Mädchen zum Theater und siehe da, es ist tatsächlich das vermisste Kind #einfachmalaugenundohrenoffenhalten #endegutallesgut

IMG_4955Vorne im Dorf wechseln sich kleine Cafes mit schönen Geschäften und netten Restaurants ab. Absolutes Highlight ist die Piazza IX Aprile – für mich der Inbegriff des „la dolce vita“. Nette Cafes, ein atemberaubender Blick auf das Meer, die kleinen Kirchen ringsrum, Straßenmusiker spielen Musik, Verliebte tanzen dazu, Kinder spielen Ball und lernen Fahrrad fahren…für mich eine der perfektesten Momentaufnahmen unseres Urlaubs ♥.

Verlässt man die Hauptflaniermeile kann man auch hier das wahre italienische Leben entdecken: treppauf-treppab laufen, Obstverkäufer entdecken, die mit ihren Ape´s die Straßen entlangfahren und die Anwohner beliefern. Lediglich vom Besuch des Wochenmarktes raten wir ab: kein Obst oder Gemüse, lediglich billige Haushaltswaren, schäbige Klamotten und 1€ Spielzeug aus China können hier erworben werden.

Da unsere Unterkunft super zentral ist, nehmen wir uns die Freiheit abends ein bisschen Elternzeit zu genießen…der Babyphone-App sei dank (wer sie noch nicht kennt, dem sei sie hier ans Herz gelegt: ein Handy fungiert als Babystation, eins als Elternstation, mit Kamera-, Licht- und Schlafliedfunktion, Reichweite unbegrenzt, funktioniert über Internet…wir lieben sie!!!!). Während die Kids schlummern, gehen wir in den nahe gelegenen Restaurants essen – unser absoluter Favorit ist die Osteria Rosso Di Vino. Ein tolles auf Fisch spezialisiertes Restaurant, die zwei Besitzerinnen sind österreichisch-italienischer Abstammung und sprechen deutsch. Alle Zutaten sind regional eingekauft und stammenIMG_4960 aus biologischem Anbau – zwar etwas teurer, aber das Essen und auch der Service sind jeden Cent davon wert!

Ebenfalls zu empfehlen ist das Timoleone Cafe: ein wirklich süßes Cafe mit Hippie-Flair, man kann entweder im zugewachsenen Garten oder auf den mit Kissen dekorierten Stufen draußen sitzen.

Wer zwischendurch lieber einen Strandtag einlegen möchte, fährt in wenigen Minuten mit der Seilbahn runter ans Meer (3€ pro Fahrt, Kinder unter 1m umsonst).

Wir mieten uns Liegen und bleiben spontan den ganzen Tag am Strand…der Strandwart bringt unseren Kindern sogar Sandspielzeug, damit sie etwas zum Spielen haben…überhaupt werden unsere Kinder hier in Italien außerordentlich herzlich behandelt, jeder streicht ihnen über den Kopf, küsst sie (auf den Kopf wohlgemerkt!), schenkt ihnen etwas und passt z.B. an Straßen auf, dass nichts passiert…davon kann man in Deutschland nur träumen, gerade in München kommt so etwas leider selten vor!

Wir bleiben 2 Nächte und Taormina war unser letztes Ziel auf Sizilien.

Zeit diese abwechslungsreiche Insel mit ihren zwei Gesichtern zu verlassen…wir haben sowohl phantastische als auch seelenlose Orte gesehen, haben uns superwohl und auch superunwohl gefühlt…und unglaublich viele Eindrücke gesammelt.

Ich für meinen Teil möchte auch jeden Fall noch einmal nach Sizilien kommen…Palermo hat mich in seinen Bann gezogen und auch die Nordküste, von der wir leider gar nichts gesehen haben, wartet noch darauf erkundet zu werden.

Im nächsten Teil nehme ich euch dann gerne mit auf unsere Weiterreise aufs italienische Festland: Kalabrien wir kommen!

Eure Nine ♥

P.S. Gerne beantworte ich euch auch eure Fragen oder berichte detaillierter von unseren Stops, Unterkünften und Erlebnissen…bei Interesse einfach melden 😉


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