Roadtrip Süditalien – die letzte Etappe: Amalfiküste

Sehnsuchtsort Amalfiküste…wie sehr habe ich davon geträumt, einmal die Amalfitana entlang zu fahren und in den so vielversprechenden Orten Positano, Praiano und Amalfi das la dolce vita zu genießen.

Wir haben uns quasi das Beste zum Schluss aufgehoben und wollen den Urlaub an der Amalfiküste ausklingen lassen, bevor es Sonntag von Neapel wieder zurück nach München geht.

Die Fahrt von Kalabrien nach Vito Equense ist supereasy: die Kids beschweren sich nicht einmal (sind wahrscheinlich froh, kein Programm zu haben 😉 ) und wir sind viel schneller als gedacht (die Autobahn ist die ersten 300 km autofrei und an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält sich eh niemand, also hole ich alles aus unserem Citroen raus #ichbindierennfahrerinbeiuns #höhö).

Der Ort Vico Equense liegt auf der anderen Seite der Bucht, also Neapel zugewandt…und ist wirklich süß. Der Strand, an den die Kinder direkt nach der Ankunft erstmal gehen wollen, ist allerdings eine absolute Katastrophe: nach einem recht langen Fußweg stehen wir vor einem völlig verdreckten kleinen Sandstrand.

Liebe Italiener: kann mir mal jemand erklären, warum ihr so mit eurer Umwelt umgeht? Und nicht nur hier, bisher ist mir dies in jedem Italienurlaub aufgefallen: überall liegt Müll und Dreck. Hier im Sand liegen leere Getränkedosen, Eisverpackungen und allerlei Unrat herum – es kann doch nicht so schwer sein, den Müll in einen Mülleimer (okay, die sind hier praktisch nicht vorhanden, ist mir auch schon aufgefallen) zu werfen. So was finde ich einfach erschreckend und ekelig dazu. Ich kann nicht nachvollziehen, dass sich die Italiener zwischen den ganzen Müll legen und diesen scheinbar auszublenden wissen.

Nun gut…da nach gefühlten 10 Minuten sowieso keine Sonne mehr an den Strand kommt, beschließen wir den Ort zu erkunden und sind positiv überrascht. Wir finden ein superleckeres FisIMG_0679ch-Restaurant direkt an einem kleinen Platz, auf dem unsere Kids nach ihrer Pizza Fußball spielen, während wir es uns kulinarisch gut gehen lassen.

Die anschließende Oster-Prozession, in der die Geschichte Jesu nachgespielt wird,  ist ebenfalls sehr ergreifend und wirklich wahnsinnig schön umgesetzt.

Um es uns nach der ganzen Reiserei nochmal richtig gut gehen zu lassen, haben wir uns ein ziemlich teures Hotel ausgesucht, welches bereits beim Einchecken nur bedingt sein Geld wert ist (aber da Ostern ist und wir denken, dass die Amalfiküste generell bestimmt teurer ist, sehen wir erstmal darüber hinweg). Nachts werden wir jedoch eines besseren belehrt: unser Zimmer liegt vorne zum Platz und zur Straße raus und die angekündigten Schallschutzfenster sind NICHT vorhanden. Es ist dermaßen laut, dass wir jedes Wort von draußen hören und die halbe Nacht kein Auge zu tun!

Unserer Bitte am nächsten Morgen ein ruhigeres Zimmer zu bekommen kann nicht nachgekommen werden, also beschließen wir das Hotel ein letztes Mal zu wechseln.(Sorry fürs Maulen, aber als wir den Preis von 300 € ansprechen, den wir für die letzte Nacht nicht bereits sind zu zahlen, werden wir nicht sonderlich freundlich behandelt…gebucht sei gebucht! Also hier sei ausdrücklich (!!!) vor CUBO Apartments in Vico Equense gewarnt – es ist sein Geld definitiv nicht wert!)

IMG_5136Da wir den Samstag sowieso dafür eingeplant haben die Amalfitana entlang zu fahren, verstauen wir unsere Koffer ein weiteres Mal im Auto und fahren los. Die ersten Kilometer scheinen vielversprechend…die steil abfallende Küste, in Hänge gebaute Dörfer und der endlose Blick übers Meer…genau so idyllisch und romantisch habe ich es mir vorgestellt.
Dann wird die Straße irgendwann enger und wir werden langsamer…dass es hier eher gemächlich zugeht haben wir vorher schon gehört…dass es dann allerdings irgendwann nicht mal mehr in Schrittgeschwindigkeit vorangeht, hatten wir nicht erwartet.

Wir passieren Positano (sieht wirklich toll aus, wären wir ohne Kinder unterwegs, hätten wir hier definitiv einen Stop eingeplant…mit kleinen Kids ist der in den Steilhang gebaute Ort aber eher nicht zu empfehlen) und erreichen nach fast 2 Stunden Fahrt endlich AMALFI.

IMG_0694

Dort einen Parkplatz zu finden, ist allerdings unmöglich – wir haben Glück, dass wir im benachbarten Ort einen finden (kleiner Geheimtipp: kurz vor bzw. hinter dem Parkhaus von Amalfi geht es eine kleine Straße Richtung Meer und nach Atrani runter…unten ist ein kleiner Platz von dem aus man in die Fußgängerzone einfahren kann, in der es tatsächlich Parkplätze gibt…wir haben diesen Tipp von zwei Italienerinnen vor Ort bekommen, sonst würden wir wahrscheinlich heute noch nach einem Parkplatz suchen ;).

Durch einen Tunnel gelangen wir endlich nach Amalfi und können es kaum glauben: dicht an dicht drängen sich Touristenmassen durch die engen Gässchen. Vom erhofften „La dolce vita“ fehlt hier jede Spur: ein Ramschladen mit billigem Schrott (T-Shirts mit „Ich bin der Pate“ und ähnliche wundervolle Dinge #würg) folgt dem nächsten…dazwischen Eisdielen und schäbige Imbissbuden. Zwar finden wir mit Glück ein gutes Restaurant (Taverna degli Apostoli), ansonsten können wir diesem Ort nichts Tolles abgewinnen…Amalfi sieht nur von weit weg wundervoll aus, Authentizität ist nicht vorhanden. Wir sind ziemlich enttäuscht und stellen uns weitere zwei Stunden in den Stau, um wieder aus dem Ort herauszukommen.

Fazit: Einmal gesehen und nie wieder!

Für unsere letzte Nacht in Italien haben wir uns ein kleines Bed&Breakfast in den Bergen ausgesucht: einfach aber an Gastfreundlichkeit nicht zu überbieten…abends werden wir von La Mamma sogar noch liebevoll bekocht. Falls ihr euch also doch einmal an die Amalfiküste verirren solltet, können wir das Divina Costiera in Agerola mehr als empfehlen ♥.

Am nächsten Morgen geht es nach einem ausgiebigen Frühstück (alles selbst zubereitet von La Mamma) zurück nach Neapel…noch schnell den Mietwagen abgeben und dann sitzen wir auch schon wieder im Flugzeug zurück nach München!

Zwei Wochen Roadtrip – insgesamt 10 Unterkünfte, 4 Fährfahrten, 2 Flüge und diverse gefahrene Kilometer liegen hinter uns…wie unser Resümee aussieht, was wir gut und eher schlecht fanden und ob wir den Trip empfehlen würden, dazu im nächsten (und diese Reise betreffend auch den letzten) Blogeintrag mehr 🙂

Alles Liebe, eure Nine ♥

 


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