CAPRI – Unser Roadtrip durch Süditalien beginnt!

Während wir auf der Nachtfähre Richtung Palermo schippern, frage ich mich ernsthaft, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe…ich weiß nicht woran es liegt, aber ich bin nicht gerade gut darin, die Verantwortung komplett abzugeben wenn es um Transportmittel wie Flugzeuge, Fähren oder sogar Schnellzüge geht. Ich mache mir immer Sorgen, dass etwas passieren könnte und bin dann einfach nicht entspannt…während also alle anderen hier bei relativ ruhiger See selig in ihren Betten schlummern, widme ich mich dem Blogeintrag unserer ersten Reiseetappe: CAPRI

Wir fliegen Samstag Mittag mit der Lufthansa in knapp 1 1/2h von München nach Neapel (wer Flugangst hat, dem empfehle ich übrigens Fliegen mit Kindern, dann hat man nämlich eher keine Zeit, sich um seine eigenen Befindlichkeiten zu kümmern ;).

Mit dem Taxi geht’s zu unserer Unterkunft Suite Apartments Angioini, welche ich aufgrund der direkten Nähe zum Hafen gewählt habe (Fußweg zur Fähre ca. 4 Minuten). Sehr großzügige Studios, leider auch sehr hellhörig wie ich nachts erfahren muss (zuerst feiert das Zimmer nebenan eine Party, die später noch durch mehr oder weniger rhythmische Kopulationsgeräusche getoppt wird #fängtjagutan).

Die Fähre für die Überfahrt nach Capri buche ich sicherheitshalber nachts noch schnell online (mit SNAV für 67€). Diese am nächsten Morgen zu finden ist dann allerdings ein Abenteuer für sich…wir bekommen vom Hafenpersonal zwei unterschiedliche Abfahrtsorte gezeigt, aber komischerweise kommt dort einfach keine Fähre an…dafür liegt eine am anderen Ende der Mole, welche sich so langsam zum Ablegen bereit macht. Andi läuft vorsichtshalber kurz rüber um zu fragen, ob es nicht vielleicht unser Boot sei. Ist es natürlich, also heißt es Rennen! Mit 3 großen Koffern und 2 kleinen Kindern unser Morgensport.

Hier wird es nun Zeit für die Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen“ Part I: wir haben die Fähre zwar vorab online gebucht, trotzdem muss man am Hafen immer noch einen Papier-Voucher abholen (Digitalisierung adieu). Dort erfahre ich, dass unser Gepäck extra kostet (2€ pro Gepäckstück), ich bezahle, erhalte aber trotz Nachfrage keinen extra Voucher dafür. Auf der Fähre wird prompt nach eben diesem gefragt, den ich natürlich nicht habe und wir werden gebeten noch einmal nachzuzahlen…netter Trick um die blöden ahnungslosen Touristen doppelt abzukassieren. Wer mich kennt, wird wissen, dass ich mich bei so etwas nur schwer zurückhalten kann und wir bezahlen natürlich NICHT doppelt 😉

Nach 45 Minuten kommen wir auf CAPRI an Kennt ihr vielleicht den Film „Es begann in Neapel“ mit Sofia Loren und Clarc Kent? Den haben wir uns vor der Reise angeschaut und der erste Blick ist genau wie im Film. Wir verlieben uns sofort in diesen Hafen und die Häuser in den steilen Hängen.

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Das Wetter am ersten Tag ist eher durchwachsen (mit leichtem Nieselregen) und die Insel nahezu menschenleer. Wir erfahren, dass erst einen Tag zuvor die „Sommersaison“ begonnen hat und die Insel gerade erst aus ihrem Winterschlaf erwacht …piano piano.

Unser Hotel liegt im höher gelegenen ANACAPRI, daher nehmen wir eines der extraschmalen, dafür extralangen Taxen zu unserer Unterkunft: Hotel Senaria.

Das Hotel liegt in einer ruhigen Seitenstraße (mit dem Auto nicht zu erreichen). Wir haben ein Familienzimmer mit Verbindungstür gebucht und sind wirklich begeistert. Klein aber fein, perfekte Lage, mit netter Terrasse und Zitronenbäumen im Garten (von denen Luis und ich – unter Protest des Herzmannes – für meine Mama eine dieser dicken Capri-Zitronen stibitzen :). Wer mittendrin im Trubel sein möchte, für den ist Capri selber bestimmt besser; wer es aber authentisch und ruhiger mag, dem sei Anacapri ans Herz gelegt. 

Fortbewegungsmittel Nummer 1 auf der Insel sind die kleinen Busse…1,80 € pro Fahrt (Kinder fahren umsonst). Lustigerweise bekommen wir auch zu zweit immer nur einen Fahrschein ausgehändigt, bezahlen aber natürlich immer für zwei…ob sich der Busfahrer das Geld heimlich selber einsteckt, oder ob die Busfahrgesellschaft dies als „schwarze“ Zusatzeinnahme sieht, konnten wir leider nicht herausfinden 😉

 Wir sind insgesamt 4 Tage (3 Nächte) auf Capri und wären gerne noch länger geblieben…obwohl die Insel klein ist, gibt es unglaublich viel zu entdecken und zu erleben.

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Um euch nicht mit unserem kompletten Reise-Tagebuch zu erschlagen, anbei unsere Touren in Kurzversion:

  • Von Anacapri aus fährt der Bus zum Leuchtturm „Faro di Punta Cadena“, zu dessen Füßen ein Beachclub (im Sommer) und die Strandbar „Maliblu Sunset“ liegen, von der aus wir abends den sagenumwobenen Sonnenuntergang Capri´s bewundern. „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ – dieses Lied ist hier tatsächlich Programm und wir sind glückselig von diesem atemberaubenden Anblick!!!

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  • Ebenfalls weltberühmt und zu Anacapri gehörend: La Grotta Azzura – die blaue Grotte. Mit Informationen haben es die Italiener ja nicht so wirklich, denn um in den Genuss der Bootsfahrt in die Grotte zu kommen, bedarf es gleich zweier Anläufe. Beim ersten Versuch verlassen wir uns auf die Angaben im Internet und wandern den angeblich einfachen Fußweg zur Grotte herunter…dieser verwandelt sich allerdings irgendwann in einen supersteilen, überwachsenen Wanderpfad, der für die Kinder recht schwierig zu gehen ist. Unten angekommen ist es menschen- und leider auch Bootsleer…hoher Wellengang, alles geschlossen…zum Glück fährt der Bus von dort trotzdem alle paar Minuten nach oben, wenn wir den Weg mit den Kids hätten gehen müssen, ich schwöre, wir hätten dort übernachten müssen. FullSizeRender   Zwei Tage später verlassen wir uns auf die Aussage unseres Gastgebers, der extra für uns nachfragt, ob die Grotte an diesem Tag besichtigt werden kann. Und wir haben Glück, wir sind direkt nach dem Frühstück hingefahren und waren mit die ersten vor Ort…wir müssen nicht mal anstehen und können direkt eines der kleinen Boote besteigen, welches uns in die Blaue Grotte fährt. Ein wirkliches Spektakel: da die Höhle nicht bis zum Meeresboden geht, scheint die Sonne unter den ins Meer ragenden Felsen hindurch und färbt die Grotte und das Wasser in ein hellblaues Licht. Natürlich ist dies ein Touri-Highlight, aber gesehen haben muss man es trotzdem (14 € pro Person, Kinder sind umsonst). Als wir fertig sind, kommen auch schon die großen Touri-Boote angefahren und das Chaos auf dem Meer beginnt…unser Tip: so früh wie möglich mit dem Bus zur Grotte fahren (und nicht mit den Ausflugsbooten!), damit man den Touristenmassen entgehen kann.
  • Mit dem 1er Sessellift geht es von Anacapri direkt auf den „Monte Solaro“ (laut Andi genießt er während der Fahrt einen der schönsten Ausblicke seines Lebens – ein Vergnügen, das er gleich zweimal an diesem Tage erleben wird, aber dazu später mehr). Von oben genießen wir bei einem Cappuccino den wundervollen Rundumblick über die Insel, auf die vorgelagerten Felsen und die Nachbarinseln. (Hin- & Rückfahrt 11 € für Erwachsene, Kindern fahren umsonst auf dem Schoß der Eltern mit). IMG_4756                                                                        Hier wird es dann Zeit für Part II der Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“: für die Rückfahrt mit dem Lift stecke ich mein Handy dieses Mal nur in die Jackentasche statt in den Rucksack…so ein Foto für Instagram wäre doch etwas feines…wir sind keine 100m weit gefahren, höre ich entsetzte Schreie der mir entgegenkommenden, nach oben fahrenden asiatischen Reisegruppe und sehe gerade noch, wie mein Handy irgendwo unter mir im Hang verschwindet…während ich mir also überlege, wie ich den Rest des Urlaubes nun ohne Handy überstehen soll, merkt der Herzmann sich ganz McGyver-mäßig die Absturzstelle, fährt noch mal eine Runde nach oben, klettert den Berg herunter und rettet mein Handy #applausbitte
  • Bummeln durch Capri mit seinen kleinen autofreien Gassen ist auch ein absolutes Must. Hier reihen sich Luxusboutiquen wie Louis Vuitton, Prada, Gucci, D&G und Chanel aneinander, dazwischen kleine Cafes, Restaurants und winzige Plätzchen.
  • Einen fabelhaften Ausblick auf die Faraglioni (die vier kegelförmigen Felsen vor Capri) hat man vom „Giardini di Augusto“ aus (Eintritt 1€ pro Person). Überall blüht und duftet es und auch der Blick auf die Via Krupp, die bis zum Meer führt, ist einmalig.

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Ansonsten bummeln wir durch die kleinen Gassen Anacapris, spielen Fußball mit den Kindern auf kleinen Piazzas, entdecken verwunschene Gässchen, bestaunen Orangen-  und Zitronenbäume, trinken Cappuccino in süßen Cafes und genießen das italienische Essen.

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Wir haben uns in Capri verliebt – gerade jetzt im Frühling, wenn die Insel aus ihrem Winterschlaf erwacht und noch nicht so überlaufen ist, kann man das wahre Capri mit Kindern ganz besonders gut erkunden.
Für unsere Rundreise durch Süditalien hätten wir uns definitiv keinen bessern Start vorstellen können!
 
Mittwoch Nachmittag geht es nach 4 wundervollen Tagen für uns mit der Fähre wieder zurück nach Neapel (die Tickets habe ich ebenfalls wieder vorab online gebucht, dieses Mal mit NLG für 76 € – am Tag selber ist die Uhrzeit tatsächlich ausgebucht, daher empfehlen wir immer vorher online zu buchen, wenn man zu bestimmten Zeiten reisen will).
 
Wie es für uns nun weitergeht, habt ihr ja bereits in den ersten Zeilen gelesen…wir checken auf der Nachtfähre Richtung Palermo ein – doch dazu im nächsten Blogeintrag mehr.
 
Eure Nine ❤
P.S. Generell gehen wir übrigens nie dort essen, wo sich die großen Touristenströme bewegen…es ist schon erstaunlich, dass der „gemeine Tourist“ sich immer nur im kleinen Radius um die Touristenattraktionen bewegt…geht man nur ein paar hundert Meter weiter, versiegen schon die Touristenströme und man kann viel authentischer das wahre Capri genießen.

Hier eine kleine Auswahl der Bars/Restaurants, welche uns besonders gut gefallen haben:

  • Beachbar „Maliblu Sunset“ am Leuchtturm
  • Cafe Grotta Azzurra am Ende der Fußgängerzone Anacapris mit allerlei selbstgemachten Törtchen und Leckereien
  • Ristorante Materita an einem kleinen Platz gelegen, auf dem die Kids zwischendurch Ball spielen können
  • La Taberna degli Amici – hier muss man Zeit mitbringen: der Gastgeber kocht, die Gastgeberin bedient die Gäste. Englisch wird nicht gesprochen, die Ausstattung ist auch eher kitschig-kühl, aber dafür werden wir umso herzlicher bedient (besonders die Kinder). Das lange Warten hat sich gelohnt, denn das Essen ist super.

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